Die Natur heilt - Andirobaöl
-Was Sie schon immer über pflanzliche Heilöle wissen wollten-


Andiroba
Carapa guianensis


Der Andiroba-Baum (Carapa guianensis Aubl.) wird bis zu 40 Meter hoch und wächst ausschließlich in den Urwaldgebieten Brasiliens, hauptsächlich in Amazonien, Pará und Guyanas (Brasilien) an den Ufern von Flüssen .

Die grünen Blätter haben eine längliche Form, die Blüten sind klein, gelb, rot und grünlich mit einem unangenehmen Geruch. Die Früchte wachsen in Trauben zusammen und ähneln Nüssen. Die Kerne sind hart, fettig und hellrosa. Ein Baum kann bis zu 200 kg Nüsse tragen und liefert damit Samen für die Gewinnung von ca. sieben Litern des gelblichen Öls mit seinen ausgezeichneten medizinischen und Insektenabwehrenden Eigenschaften. Bei Zimmertemperatur ist das Öl fest, zur Bearbeitung muss es demzufolge schonend auf ca. 40°C erwärmt werden.
In der letzten Zeit wird es immer schwieriger Andirobaöl zu bekommen. Ein Grund dafür ist, daß nur sehr niedrige Preise von den Seifenfabrikanten dafür bezahlt werden. Es besteht auch eine wachsende Nachfrage nach Andirobaholz, wodurch der Früchte-Ertrag gefährdet wird.

Andiroba - Baum
In den 60er Jahren betrug die Jahresproduktion im Bundesland Pará (wo die Sammelkultur der Andirobafrüchte am weitesten verbreitet war) noch 1000 Tonnen Öl, 1985 waren es nur noch 10 Tonnen, also nur mehr 1% !!.
Damit verloren die Einheimischen dieser Region die Möglichkeit durch das Ernten der Früchte den Regenwald sinnvoll und schonend zu nutzen und ihren kärglichen Lebensunterhalt zu sichern.
Die traditionelle Methode zur Gewinnung des Öls ist, die Samen einzusammeln, nachdem sie von den Bäumen gefallen sind. Dann werden sie gekocht und für etwa zwei Wochen eingelagert, bis die Samen verrottet sind. Danach werden sie in einer einfachen Presse, die "tipiti"genannt wird, gepresst, um das Öl und fetthaltige Substanzen zu gewinnen.
Um die natürlichen Ressourcen und damit den kärglichen Unterhalt der Urbevölkerung zu erhalten werden mit Unterstützung weltweiter Initiativen -die wir übrigens auch unterstützen, - Andirobabäume inzwischen versuchsweise zur Aufforstung von Brandrodungsflächen angepflanzt.
Die sanfte Nutzung des Regenwaldes - wie z. B. durch die Gewinnung von Ölen - stellt eine echte Alternative für die einheimische Bevölkerung in Amazonien dar. Stärkt man die Existenz des Menschen, sein Umweltbewußtsein und seine Ökonomie, hat man einen dauerhaften Partner für die Rettung und Sanierung des gesamten Lebens im Regenwald gewonnen und nicht nur der Bäume.
Andiroba - Früchte

Traditionelle Medizin

Rinde, Blätter und das Andiroba-Öl wird in Amazonien vielfältig eingesetzt:

Die heimischen Völker benutzen das Öl als Lösungsmittel für das Extrahieren der Farbstoffe, mit der sie sich ihre Haut bemalen. Es ist eine Mischung von Andiroba-Öl und der Urucum-Farbe die auch als Insektenmittel und Behandlungsmethode gegen Parasiten eingesetzt wird. Das Öl dient aber auch als Brennstoff für Öllampen.

Die Waldbevölkerung und die "caboclos" (Flussbewohner) verwenden das Andirobaöl für die natürliche Behandlung von Entzündungen, Quetschungen, Prellungen, Hautkrankheiten, Tumoren und Muskelzerrungen. Es dient auch als natürlicher Sonnen- und Insektenschutz insbesondere gegen Moskitos (Aedes aegytpi), die das Dengue-Fieber übertragen..

Rinde und Blätter werden gegen Rheumatismus, Husten, Grippe und Lungenentzündung - und sogar gegen Depression angewendet!

Auch aus recht eigennützigen Gründen (Post Polio Syndrom / Fibriomyalgie) werden wir in den nächsten Monaten Eigenversuche mit dem Öl vornehmen und über die Erfahrungen berichten.


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Ed Erutan

© Copyright 1998 by Ed Erutan Letzte Änderung: 30.11.2004