Die Natur heilt - Kürbiskernöl
-Was Sie schon immer über pflanzliche Heilöle wissen wollten-

Kürbiskerne/Kürbiskernöl

Pflanze: Cucurbita pepo L.

Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)


Der Kürbis ist eine einjährige Pflanze mit niederliegenden oder rankenden, 3 bis 7 Meter langem Stängel.
Die großen Blätter besitzen einen herzförmigen Grund und sind gestielt. Die glockenförmigem Blüten sind hell- bis goldgelb gefärbt. Die großen Früchte enthalten zahlreiche, abgeflachte Samen.
Als Kulturpflanze amerikanischer Indianer fand der Kürbis Verbreitung in ganz Nord- und Mittelamerika. Nach der Entdeckung Amerikas wurde er in Europa eingeführt und von dort aus über die ganze Welt verbreitet. Sie wird heute überall als Gemüse- und Zierpflanze angebaut.
Zierkürbisse sind auf Grund des hohen Gehaltes an Bitterstoffen (Cucurbitacine) nicht zum Verzehr geeignet.

Das Fruchtfleisch wird in der Küche für Suppen oder Kuchen verwendet oder süß-sauer eingelegt. Medizinisch verwendet werden die Samen vor allem von weichschaligen Ölkürbisvarianten, z.B. C. pepo L. ssp. styriaca = Steirischer Ölkürbis.

Verarbeitung:

Kürbissamen werden Anfang Mai gesteckt - die Ernte erfolgt ab Mitte Oktober, geerntet werden die bis zu 8 kg schweren Früchte.
Im schwammige Fruchtfleisch sind durchschnittlich 150g Kerne enthalten. Verwendet werden nur die Kerne, das Fruchtfleisch bleibt als Dünger am Feld.

Für ein Liter Kürbiskernöl werden ca. 2,5 kg getrocknete Kerne oder 30 Kürbisse benötigt. Ein Feld von der Größe eines Fußballfeldes trägt im Mittel 5.000 Kürbisse, die zwischen 80 lt und 160 lt Kürbiskernöl liefern.
Vor der Kaltpressung werden die Kerne schonend auf 60-70 °C erwärmt, ohne die wertvollen Inhaltsstoffe zu zerstören.
Das in der Samenhülle der Kerne enthaltene Chlorophyll und Karotin geben dem Öl die dunklgrüne Farbe.

Ein gutes Kürbiskernöl darf weder einen bitteren Geschmack hinterlassen, noch nach Fruchtfleisch oder Fett schmecken. Ein Tropfen bleibt auf einem Salatblatt haften und zerfließt nicht.

Achtung! Im Handel befinden sich auch mit Billigölen gestrecke Kürbiskernöle. Häufig tragen diese Flaschen die Beschriftung "Salatöl". Auch werden Kürbiskern-Billigimporte aus Osteuropa und China angeboten. Problematisch ist, daß vergleichbare Qualitätsstandards und entsprechende Kontrollen der Böden bzw. der Erzeugnisse in den Ursprungsländern meist nicht gewährleistet sind.

Das Öl sollte immer kalt verwendet werden - nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Auch angemachte Salate sollten nicht der Sonne aussetzen werden - der Geschmack wird bitter.

Haltbarkeit: Bei kühler (unter 20° C) und dunkler Lagerung ist das Öl mindestens 12 Monate haltbar. Darüber hinaus verliert es etwas vom Aroma und seinen Vitaminen. Angebrochene Flaschen halten sich am besten im Kühlschrank.

Inhaltsstoffe von Kürbiskernöl:

50%-65% hochwertiges, leicht verdauliches Fett, 35% hochwertiges, leicht verdauliches pflanzliches Eiweiß.

Vitamine: Vitamin A als Betakarotin, E (50 mg je 100ml), B1, B2, C, Niacin, Niacinäquivalent, Pantothensäure, Pyroxin, Biotin.

Mineralsstoffe und Spurenelemente: Chlor, Eisen, Fluor, Jod, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Selen, Schwefel, Zink.

Fettsäuren: 9% gesättigte Fettsäuren, 34% einfach ungesättigte Fettsäuren, 55% zweifach ungesättigte Fettsäuren, 2% dreifach ungesättigte Fettsäuren. Das Kürbiskernöl enthält größere Mengen der essentiellen Fettsäuren Linol- und Linolensäure.

Anwendung:
Kürbissamen sind reich an fetten Ölen (Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure), Phytosterolen (beta-Sitosterol), Vitamin E, den Spurenelementen Selen, Mangan, Zink und Kupfer und Aminosäuren wobei Art und Menge der Inhaltsstoffe sortenabhängig sind.

Das Fruchtfleisch der essbaren Kürbisse ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen und eignet sich für Suppen, Kuchen, Brot und Chutneys.

Durch den Gehalt an beta-Sitosterol werden Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie, d.h. einer altersbedingten, gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse im Stadium I und II, gelindert. Dieser Effekt wird durch eine wassertreibende und entzündungshemmende Wirkung ergänzt. Von einer BPH sind rund die Hälfte aller Männer über 60 Jahren sind davon betroffen. Die Einnahme von Kürbissamen lindert die Beschwerden beim Wasserlassen. Die Größe der Prostata bleibt jedoch unbeeinflusst (s.Hinweis). Eine Kombination mit Brennesselwurzel und/oder Sabalfrüchten kann sinnvoll sein.

Inzwischen wurde wissenschaftlich zweifelsfrei belegt, daß Kürbissamen bei Reizblase und prostatabedingten Störungen beim Wasserlassen positive Wirkung haben.

Dosierung:
Kürbissamen:
1 bis 2 gehäufte Esslöffel geschälter und gemahlener oder zerkauter Samen werden mit etwas Flüssigkeit eingenommen.
Erfahrungsgemäß tritt eine spürbare Wirkung erst nach längerer Anwendung ein.

Durch die Einnahme von Kürbissamen wird das Wachstum der Prostata nicht beeinflusst. Daher sollte regelmäßig ein Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden.

Sehr selten ist eine Kreuzallergie zu Zucchini (C. pepo giromotiina) bekannt geworden.

Das Analysezertifikat eines naturbelassenen Kürbiskernöles wurde mir freundlicherweise von der Firma "Nature" zur Verfügung gestellt.


Ätherische Öle Heilöle Nahrungsergänzung
Ätherische Öle Index Heilöle Index Nahrungsergänzung Index

Fragen ? - Kritik ? - Anregungen ? - Ich freue mich auf Ihre Post:
Ed Erutan

© Copyright 1998 by Ed Erutan Letzte Änderung: 18.02.2004