Die Natur heilt - Niemöl
-Was Sie schon immer über pflanzliche Heilöle wissen wollten-


Niem (Neem)
Melia azadirachta
Pflanzenfamilie Juglandaceae


Seit Urzeiten ist Niem bekannt für seine Heilkräfte.
Die frühesten medizinischen Sanskrit Schriften führten bereits die Wirkungen der Früchte, Samen, Öle, Blätter und Wurzeln an.
Schon Mahatma Ghandi stärkte durch Niem seine Abwehrkräfte und empfahl es auch seinen Schülern zur regelmäßigen Einnahme.
Alle Teile des Baumes finden seit langem Anwendung in der Ayurvedischen Medizin Indiens.
In den Haushalten Indiens gilt Niem als Allheilmittel für alltägliche Beschwerden und wird daher auch ,,Die Dorfapotheke" genannt.
Unter anderem ist der Niemzweig die tägliche Zahnbürste der Natur für über 500 Millionen Menschen, alleine in Indien. Während der letzten 20 Jahre wurden viele wissenschaftliche Untersuchungen zur Erforschung der biochemischen und pharmakologischen Wirkungen von Niem durchgeführt. 1992 veröffentlichte das ,,United States Government`s National Research Council" ein Buch mit dem Titel ,,Niem: Ein Baum löst alle Probleme" in dem ein ganzes Kapitel der traditionellen, medizinischen Geschichte und den Eigenschaften der Niemblätter und des Niemöls gewidmet wird.
Neemfrüchte am Baum

Die meisten der überlieferten Eigenschaften konnten wissenschaftlich bestätigt werden, was mittlerweile zu einer Vielzahl niemhaltiger Produkte für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche geführt hat.

Fungizide Wirkung:

Niem wirkt nachweislich gegen 14 Pilzkulturen, zu denen auch die folgenden gehören:
Trichophyten - die Haare, Haut und Nägel befallen
Epidermophyten - ein Ringwurm der Haut und Zehennägel befällt
Microsporum - ein Ringwurm, der Haare, Haut und manchmal Nägel angreift
Trichosporon - ein Pilz, der sich im Verdauungstrakt ansiedelt
Geotrichum - ein Hefepilz,der Infektionen der Bronchien und der Lungen verursacht
Candida - ein Hefepilz, der in der gesunden Darmflora vorhanden ist aber außer Kontrolle geraten kann und zu Schädigungen in Mund, Vagina, Haut, Händen und Lungen führen kann.

Antibakterielle Wirkung:

In den Untersuchungen hat sich herausgestellt, daß Niem Schutz bietet vor:
Staphylococcus aureus - eine häufige Ursache von Lebensmittelvergiftungen und eitrigen Abszessen. Diese Bakterien verursachen auch sekundäre Bauchfell- Harnblasen-, Hirnhaut- und Rückenmarkentzündungen.
Viele Arten dieser Bakteriengattung sind bereits resistent gegen Penicillin und andere Antibiotika und oft Verursacher von Infektionen in Krankenhäusern.

Salmonella typhosa - dieses gefürchtete Bakterium, das in der Nahrung und im Wasser lebt verursacht Typhus, Lebensmittelvergiftungen, und eine Vielzahl von Infektionen wie Blutvergiftung und Darmentzündungen.

Immunstärkende Wirkung:

Die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Niem.

Niemblätter verbessern immunologische und biochemische Parameter, erhöhen Produktion von Leukozyten, Gammainterferon und Lymphozyten, und stärken so das Immunsystem.

Entzündungshemmende Wirkung:

Phenole, in der Pharmazie bekannt als Desinfektionsmittel, wurden auch in wässrigen Niemlösungen nachgewiesen.
Einige dieser Phenole beeinflussen direkt das Immunsystem, womit der traditionelle Einsatz gegen Entzündungen auch wissenschaftlich bestätigt werden konnte.

Antivirale Wirkung:

In Indien gibt es interessante Informationen über die antiviralen Eigenschaften von Niem, speziell die Pocken betreffend.
Bei Pocken, Windpocken und Warzen wird traditionell eine Paste aus Niemblättern, direkt auf die infizierten Stellen aufgetragen.
Untersuchungen bei Pocken und Windpocken bestätigen die traditionelle Verwendung. Reines Niemextrakt zerstört das Virus und verhindert so das Eindringen in nicht infizierte Zellen. Leider zeigt Niem aber keinen Effekt sobald sich das Virus in den Zellen festgesetzt hat.
Auch bei Hepatitis B und Herpesviren konnte die antivirale Wirkung nachgewiesen werden.

Niem ist bei viralen Infekten sehr gut zur Vorbeugung und Eindämmung geeignet.

Schmerzstillende und Fiebersenkende Wirkung:

In allen Gebieten in denen der Niembaum wächst, wird Niem als natürliches Mittel gegen Schmerzen und zur Fiebersenkung eingesetzt.

Zur Zahnbehandlung:

Sowohl in Indien als auch in Afrika benutzen Millionen Menschen täglich Niemzweige als Zahnbürste.
Zahnärzte haben herausgefunden, daß Niem periodontale Erkrankungen verhindert. Offensichtlich wirken dabei die regelmäßige Zahnreinigung / Zahnfleischmassage und die damit verminderte Belagbildung, sowie die antiseptische Wirkung von Niem zusammen.

Mittlerweile wird Niem auch als aktiver Bestandteil in Zahnpasten und anderen Produkten zur Mundhygiene verwendet. In umfangreichen Tests konnte die Verhinderung und Heilung von Zahnfleischinfektionen nachgewiesen werden.

Die Informationen über Niem wurden zum Teil dem Bericht der National Academy Press Washington, 1992 entnommen.

Sonstige Anwendungsmöglichkeiten:

Niemprodukte werden in zunehmendem Maße zur Abwehr von Schadinsekten wie z.B. Motten und zur Bekämpfung von Milben, sowie in der Garten- und Landwirtschaft eingesetzt:

Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Neem

zusammengestellt und bearbeitet von:

Dr. habil. Stefan Kühne, Britta Friedrich - Institut für integrierten Pflanzenschutz, Kleinmachnow

Stammpflanze: Azadirachta indica

Herkunft: Der tropische Niembaum (engl. neem) ist in Asien, Afrika und Amerika verbreitet.

Inhaltsstoffe: Wichtigster Bestandteil ist das Triterpenoid Azadirachtin.

Verwendung: Neembaumextrakte können als natürlicher Fraßhemmer und Insektizid im Pflanzenschutz eingesetzt werden. Neem wird auch im Vorratsschutz als vielversprechender Naturstoff angesehen (NEEB, 1986).

Neempreßkuchen und Neemblattpulver eignen sich auch zur Düngung von Gemüse. Neempreßkuchen ist sogar als

Viehfutter geeignet. Neemöl wird in Indien zur Seifenherstellung verwendet, es eignet sich überdies zur Fabrikation von Kerzen.

Neemkuchen in Kombination mit Harnstoff wurde in Reisfeldern Indiens erfolgreich getestet (KETKAR 1984);

Neemextrakt hat indirekte Wirkung auf erhöhte Stickstoffixierung in Reisfeldern aufgrund der Bekämpfung algenfressender Crustaceen (GRANT et al. 1984).

Anwendung:

entsprechend: EU-Verordnung (EWG) 2092/91

Zugelassene Pflanzenschutzmittel in Deutschland:

NeemAzal/ T-S

Toxizität:

Giftliste ROTH DAUNDERER (1998) Azadirachtin:
Giftgruppe: Reizstoff
Einstufung: Xn, Gesundheitsschädlich
R u. S- Sätze:
R22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
S22 Staub nicht einatmen
S(2) darf nicht in die Hände von Kindern gelangen

Gesetzl. Vorschriften: keine

Insektizide Wirkung:

Die fraßabschreckende Wirkung der Neeminhaltsstoffe ist der bäuerlichen Bevölkerung in Teilen Asiens und Afrikas schon seit längerem bekannt. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde festgestellt, daß sie auch Einfluß auf die Insektenmetamorphose haben können, wie z.B. Häutungsstörungen oder das Entstehen verkrüppelter Flügel. Auch die Fortpflanzung von Schadinsekten kann stark gestört werden. So belief sich die Zahl der abgelegten Eier von Kartoffelkäferweibchen, die an mit Neemsamenextrakt behandelten Blättern gefressen hatten, nur auf ca. 10% der von nicht behandelten Käfern erzeugten. Auch die "Qualität" (Leistungsfähigkeit) von Schädlingen kann beeinflußt werden. Azadirachtin baut sich unter Freilandbedingungen schnell ab. Wegen fehlender UV-Einstrahlung sind Neemprodukte unter Labor- und Vorratslagerbedingungen viel haltbarer als im Freien. Bei Anwendung von Neemöl (2-4 ml/kg Samen) lassen sich Bohnensamen über ein halbes Jahr erfolgreich gegen Samenkäfer schützen (SCHMUTTERER, 1984). In verschiedenen Detail- und Praxisversuchen konnte die gute Wirkung von NeemAzal-Präparaten auf die Mehlige Apfelblattlaus nachgewiesen werden (SCHULZ et al., 1993, 1995, 1996, 1997; GALLI & EPP, 998; KIENZLE et al., 1992, 1995; ZUBER, 1995; PFEIFFER et al., 1991; ZEBITZ et al., 1996; WYSS et al., 1995).

Insektizide Zubereitungen:

SCHMUTTERER (1984): Eine sehr einfache Möglichkeit der praktischen Anwendung liegt in der Verwendung wäßriger Extrakte aus den Samen. Aus den zu Boden gefallenen Früchten werden die von einer weißhäutigen Schale umgebenen Kerne durch Herausdrücken gewonnen und gewaschen. Danach müssen sie sorgfältig getrocknet werden, um Verpilzung zu vermeiden. Später kann je nach Bedarf zur Herstellung einfacher Wasserextrakte eine bestimmte Menge Samen ausgekernt und zerkleinert (zermahlen, zerstoßen) werden. Bei guter Qualität erübrigt sich das Auskernen und die Schalen können mit zermahlen werden. Die zerkleinerten Samen werden in einem Tuch in ein teilweise mit Wasser gefülltes Gefäß gehängt, wobei sich die Wassermenge nach dem Gewicht der zerkleinerten Samen richtet. 25-50 g Samenmaterial ergeben pro Liter Wasser schon am nächsten Tag einen Extrakt, der gegen Kohlmotte, Melonenkäfer und Zwergzikaden sehr gute Bekämpfungs-ergebnisse liefert. Auch alkoholische Extrakte sind leicht herstellbar, wobei in der Regel Methanol wegen des Preises und geringerer Explosionsgefahr zur Verwendung kommt. Methanolextrakte halten sich nach Verdampfen des Alkohols unter Laborbedingungen monatelang und verlieren dabei nicht an Wirkung. Neemöl läßt sich durch Auspressen ganzer oder zermahlener Samenkerne gewinnen, da diese ca. 40% Öl enthalten.

Wirkung auf Nützlinge:

Gegen viele Nützlinge wie parasitische Hautflügler und die Honigbiene zeigen Neemprodukte keine oder nur geringe Wirkung. Bei der Honigbiene traten in Flugkäfigversuchen nur in Kleinstvölkchen, wie sie zur Königinnenzucht Verwendung finden, Schädigungen bei der Brut in Erscheinung, während bei 3-Waben-Völkchen mit schätzungsweise etwa 1500-2000 Arbeitsbienen keinerlei negative Beeinflussung nachweisbar war (SCHMUTTERER & HOLST, 1987).

Untersuchungen zur Nebenwirkung auf die Florfliege:

Chrysoperla carnea zeigten im Laborversuch eine repellente Wirkung auf die Larven und eine hohe Mortalität bei Kontakt mit frischem Spritzbelag. Unter Freilandbedingungen schädigte NeemAzal-T/S die Larven nicht (VOGT & HÄNDEL, 1996). Zum selben Ergebnis kamen auch HERMANN et al. (1995, 1996).
Neemextrakte erwiesen sich als harmlos gegenüber der Kohlweißlingsbrackwespe Apanteles glomeratus (SCHMUTTERER, 1992). Im Freiland ist generell eine nur geringe bis keine Schädigung von Nützlingen zu erwarten.
Gründe hierfür sind z. B. Witterungseinflüsse, die den schnelleren Abbau des Präparates bewirken (Temperaturschwankungen, UV-Strahlung, niederschläge) oder das Vorhandensein nicht oder unzureichend behandelter Refugien, in denen sich Nützlinge zeitweise aufhalten (HERMANN et al., 1998)

Das Analysezertifikat eines naturbelassenen Neemöles wurde mir freundlicherweise von der Firma "Nature" zur Verfügung gestellt.


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