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Frauenmantel

(Alchemilla vulgaris L.)

Botanik:

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

In Europa, Asien und Nordamerika weitverbreitet und häufig, bevorzugt in feuchten Wiesen und Waldrändern, Weiden und Gebüsche anzutreffen. Lässt sich aber auch gut im Garten oder als Bodendecker kultivieren.

Die niedrige Halbrosettenstaude (ca. 10 bis 50 cm hoch), von der mehrere hundert Arten bekannt sind, ist sehr ausdauernd und genügsam.
Die Blätter sind grundständig, rundlich, gezähnt und gefältelt, in 7-10 Abschnitte eingeteilt, die Blättchen des Frauenmantel zählen zu den schönsten Blattformen im Pflanzenreich.
Die Blüten sind unauffällig, gelblich-grün mit verzweigten rispigen Blütenständen. Blütenzeit von Mai bis September, der Duft ist süßlich-muffig.

Verwendung finden die getrockneten oberirdischen Teile (Alchemilla herba), Sammelzeit für das Kraut ist Juni und Juli.

Blühender Frauenmantel

Frauenmantelkraut ist eines der ganz typischen Heilkräuter für Frauenbeschwerden. Auch wenn die Wirkungen des Frauenmantel wissenschaftlich noch nicht näher untersucht werden, so hat er doch in der Volks- und Erfahrungsheilkunde seinen festen Platz.

Wirkstoffe:

Das Kraut enthält bis acht Prozent Gerbstoffe, hauptsächlich Ellagitannine, darunter Agrimonin, Penduculagin und Laevigatin. Daneben wurden Bitterstoffe und Flavonoide sowie geringe Mengen ätherisches Öl nachgewiesen.

Alchemilla vulgaris: Gewöhnlicher Frauenmantel

Hauptsächlich Gerbstoffe und Bitterstoffe, darüberhinaus Saponin, Phytosterin, Ellagitannine, Flavonoide, ätherisches Öl

Alchemilla alpina: Alpen Frauenmantel

Die Inhaltsstoffe sind teilweise identisch mit dem gewöhnlichen Frauenmantel. Die Gestalt ist kleiner und die Blätter sind stärker silbrig behaart (daher auch "Silbermänteli" genannt).

Die Gerbstoffe als Hauptwirkstoffe der Droge wirken vor allem zusammenziehend (=astringierend).
Laborversuche an Tieren haben aber auch gezeigt, dass der Gerbstoff Agrimonin Brustkrebszellen am Wachstum hindert.

In der Volksheilkunde wurde der Alpenfrauenmantel (Alchemilla alpina L.) wegen der etwas höheren Wirksamkeit dem gemeinen Frauenmantel vorgezogen.

Wirkungen die aus der Erfahrungsmedizin bekannt sind:

Heilanzeigen, von denen berichtet wird:

Nebenwirkungen:

In Einzelfällen wurde nach der Anwendung von Frauenmantel von Leberschäden berichtet.

Anwendung/Dosierung:

Frauenmantel - Tee:

3 bis 4 TL Frauenmantel - Kraut werden mit 1/4 L heißem Wasser übergossen, abdecken und nach 10 Min abgeseiht.

Bei Magen-/Darmproblemen und Durchfällen pro Tag ca. 3 Tassen frisch zubereitet zwischen den Mahlzeiten noch warm trinken

Gurgelmittel mit Frauenmantel:

Evtl. einzeln oder auch gemischt mit Salbei und Pfefferminze ergibt Frauenmantel - Tee ein hervorragendes Gurgelmittel bei entzündlichen Vorgängen im Mund-/Hals- und Rachenraum

Frauenmantel - Abkochung:

ca. 100 bis 150 g Kraut werden in 1 L Wasser kalt angesetzt. Bis zum Kochen erhitzen und 10 Min leise köcheln lassen. Danach abseihen und für Wundwaschungen, Umschläge oder als Badezusatz verwenden (wird auch gerne mit Ringelblume kombiniert). Das Bad soll schwächliche Kinder stärken.

Frauenmantel - Saft:

Frischer Press-Saft, der sich im Entsafter herstellen lässt, wird als Kompresse auf Wunden oder schlecht heilende Geschwüre aufgelegt.

Tipps zum Ausprobieren:

In früheren Zeiten wurden zerquetschte Frauenmantel - Blätter oder mit Frauenmantel - Saft getränkte Kompressen auf den Busen gelegt, um ihn zu straffen.

Dem Frauenmantel - Tee als Gesichtswasser wird eine adstringierende, reinigende Wirkung nachgesagt. Er soll helfen bei Sommersprossen und großen Poren.

Historisches und Wissenswertes:

Besonders auffällig am Frauenmantel ist die Blattform. Morgens hat sich ein glitzernder großer perlenförmiger Wassertropfen am Blattgrund sammelt. Dieses Wasser wird von der Pflanze selbst aktiv ausgeschieden. Die Alchemisten (daher leitet sich vermutlich auch der lateinische Name "Alchimilla" ab) der früheren Zeiten betrachteten dies als himmlisches Wasser.

Der deutsche Name ist vermutlich von der Blattform, die an die mittelalterlichen Radmäntel der Frauen erinnert und die beschützende Wirkung bei Frauenleiden zu abgeleitet.

Bitte beachten Sie, dass auch pflanzliche Arzneimittel nicht zum Dauergebrauch geeignet sind und befragen Sie bei länger andauernden Beschwerden in jedem Fall Ihren Arzt.


Interessante Links:

http://www.hpfldb.de/Frauenmantel.html


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Ed Erutan

© Copyright 2000 by Ed Erutan Letzte Änderung: 16.01.2003